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NWZ v. 30.4.2021

Er war 33 Jahre für die Gewässer im Ammerland verantwortlich

RUHESTAND – Richard Eckhoff verabschiedet sich als Geschäftsführer der Wasseracht – Mittler unterschiedlicher Interessen

33 Jahre Geschäftsführer der Ammerländer Wasseracht: Richard Eckhoff geht in den Ruhestand . BILD: Tom Ole Theilken

33 Jahre Geschäftsführer der Ammerländer Wasseracht: Richard Eckhoff geht in den Ruhestand . BILD: Tom Ole Theilken

Richard Eckhoff verabschiedet sich als Geschäftsführer der Ammerländer Wasseracht in den Ruhestand. In seiner langen Amtszeit war er Mittler zwischen Menschen mit unterschiedlichen Interessen.

AMMERLAND. Jeder Abschnitt der fließenden Gewässer im Ammerland ist ihm bestens bekannt. Die große Norderbäke, das Aper Tief oder jeder noch so kleine Graben, der zwischen zwei bewirtschafteten Feldern verläuft. Richard Eckhoff weiß genau, wo der jeweilige Wasserstrom liegt.

Nachfolger bestimmt

Der Diplom-Ingenieur war bis zu diesem Freitag für rund 1100 Kilometer Gewässer im Verbandsgebiet Ammerland zuständig. Nun verabschiedet sich der 64-Jährige nach über 33 Jahren als Geschäftsführer der Ammerländer Wasseracht in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird der Augustfehner Bauingenieur Kai Wienken.

„Als ich hier im November 1987 angefangen habe, bin ich hier sehr herzlich aufgenommen worden“, erinnert sich Eckhoff. „Ich merkte recht schnell, dass hier ist ein besonderes Zusammenwirken der Leute, welches mir sehr gut gefallen hat. Man ist immer zielorientiert und spricht die Sachen sehr direkt an.“

Beim Thema der Wasserwirtschaft war Eckhoff in seinem Element. Die Hauptaufgabe war dabei die Gewässerunterhaltung, die hauptsächlich den ordnungsgemäßen Wasserabfluss gewährleisten soll.

Viel Abwechslung

Wie geht man mit den Witterungsverhältnissen um, so dass es nicht zu Überschwemmungen oder Austrocknung kommt? Wo gilt es, Gewässer auszubauen? Und wie lässt sich die Entwässerung zum Schutze der Landwirtschaft und der anliegenden bebauten Flächen mit dem Naturschutz vereinbaren? „In diesen 33 Jahren ist nie ein normaler Alltag eingekehrt. Es gab immer wieder andere Probleme oder Vorgänge, mit denen ich konfrontiert wurde“, resümiert Eckhoff.

Direkt mit den Gewässern arbeiten: Das war immer der berufliche Wunsch des Ingenieurs für Wasserwirtschaft. Unter seiner Leitung realisierte der Wasser- und Bodenverband diverse Projekte, wie die Ausdeichung einer 75 Hektar großen Fläche am Aper Tief in Hengstforde 2005. Auch die Sanierung des Augustfehn-Kanals 1999 oder die Renaturierung von Teilen der Norderbäke in Westerstede 1993 fielen in seine Zeit.

Mehr Naturschutz

Die größte Herausforderung für Eckhoff war jedoch die Neuausrichtung der Wasseracht zu Beginn der 90er Jahre: „Bis in die späten 80er Jahre war es politischer Wille, dass sich die Wasserverbände fast ausschließlich um die Entwässerung, zur Gewährleistung einer guten Landwirtschaft kümmerten“, erklärt Eckhoff. „Das hat sich ab den 90er Jahren fortlaufend durch den Klimawandel verändert und es kam der ökologische Aspekt dazu. Der Natur- und Landschaftsschutz sowie die Gewährleistung der Gewässer als Lebensraum wurden zu einer wichtigen Aufgabe“. Er habe versucht, bei den dadurch aufkommenden Interessenskonflikten stets alle Meinungen zu berücksichtigen und machte den Verband so überregional bekannt.

„Den Verband auf den Weg zu führen, diese beiden Seiten zu betrachten und das in einer Region, in der wir sehr viel Landwirtschaft haben, hat viele intensive Diskussionen nach sich geführt. Doch es ist uns, glaube ich, sehr gut gelungen“, resümiert Eckhoff.